Brasilien 2001

Am 07.05.2001 um 22.15 war es endlich soweit, der Flieger der Varig-Airline hob von Frankfurt ab in Richtung Brasilien. An Bord waren 23 Spielleute der "Freiburger Ratspfeifer", einem Spielmanns- und Fanfarenzug in historischen Landsknechtsuniformen, welcher in den Farben Rot und Weiß die Stadt Freiburg repräsentiert. Unser Ziel war das in Brasilien gelegene "Nova Friburgo", welches vor einige Wochen bereits von Vertretern der Stadt Freiburg besucht wurde und zu dem nun ein guter deutsch-brasilianischer Kontakt bestand. Doch wer nach Brasilien geht kommt nicht an Rio de Janeiro, der heimlichen Hauptstadt (Hauptstadt Brasiliens ist Brasilia), vorbei. Rio ist eine Stadt der Gegensätze, in der Arm und Reich aufeinander treffen, eine Stadt mit unzähligen Gesichtern, einfach unbeschreiblich. Der Zuckerhut, von dem man eine wunderschöne Aussicht hat, die Copacabana und die Christusstatue auf dem Corcorvado waren selbstverständlich ein muß in unserem Programm. Sehr empfehlenswert ist auch ein Tagesausflug in das 108 km entfernte Itacuruca, wo man sich nach einer kleinen Bootsfahrt auf einer kleinen Tropeninsel den kulinarischen Köstlichkeiten Brasiliens widmen kann, fernab vom Lärm und der Hektik Rios. Ein Ausflug der besonderen Art ist eine Fahrt mit der historischen Straßenbahn und ein Besuch des Künstlerviertels Santa Tereza. Nach einer Tour durch die Altstadt Rios empfiehlt es sich im Restaurant "Colombo", welches im Jahre 1894 im Belle-Epoque-Stil erbaut wurde, eine kleine Rast einzulegen. Nach ein paar Tagen voller Programm steuerten wir auch schon unser nächstes Ziel an, die Wasserfälle von Iguacu. Diese Wasserfälle gehören neben den Niagarafällen und den Victoriafällen am Sambesi zum Kleeblatt der drei schönsten Wasserfälle auf der Welt. Die Iguacu-Wasserfälle bestehen aus über zweihundert Wasserfällen des Rio Parana, die inmitten üppiger Vegetation eine Felswand von zweieinhalb Kilometer Breite hinabstürzen. Was deren Höhe von bis zu 98 m angeht, so werfen sie die Niagarafälle mit nur 47 m locker aus dem Rennen. Ein Höhepunkt war eine Fahrt mit dem Boot durch die Stromschnellen in den Canyons bis in die unmittelbare Nähe der Macuco-Wasserfälle, bei der man sich aber nicht scheuen darf etwas naß zu werden. Durch die unsagbare Vielfalt, welche diese monumentalen Wasserfälle und die dazugehörende Flora und Fauna bieten, empfiehlt es sich sowohl die brasilianische als auch die argentinische Seite der Fälle zu besuchen, wozu man aber zwei Tage einplanen sollte. Mit einem kleinen Zwischenstop in Sao Paulo ging es dann wieder nach Rio um von dort aus per Bus nach Nova Friburgo weiterzufahren. Dort wurden wir als erstes von der Bürgermeisterin sehr herzlich empfangen. Anschließend wurden wir zu Feijoda, dem brasilianischen Nationalgericht (bestehend aus gekochte Bohnen, Schweinsohren und Speck, Würstchen und Gemüse), und Caipirinha, einem Getränk bestehend aus Cachaca (Zuckerrohrschnaps), zerstampften Limetten, Zucker und Eiswürfeln, eingeladen. Gut Gestärkt machten wir uns zu einer Freilichtausstellung des berühmten Künstlers Negro auf. Negro formt aus Erde und Lehm fantastische Figuren, welche er dann mittels eines langjährigen Verfahrens mit Moos überzieht. Den Abend ließen wir gemütlich bei der Helferparty des Festivals ausklingen. Am nächsten Tag ging es früh morgens Richtung Urwald. Unter fachkundiger Führung lernten wir die Flora und Fauna des brasilianischen Urwaldes und die Probleme des biologischen Gleichgewichts, welches durch kommerziellen Anbau gestört wurde, kennen. Auf einer Ziegenfarm wurden wir zur Mittagszeit kulinarisch verwöhnt. So gestärkt freuten wir uns auf das große Fest am Abend. Leider machte Petrus dem Fest einen Strich durch die Rechnung, indem er seine Schleusen öffnete. Das Fest war wegen dem schlechten Wetter sehr dürftig besucht und man hoffte nur, daß am nächsten Tag bei der Parade das Wetter sich von einer besseren Seite zeigt. Wir hatten Glück, denn pünktlich zu Beginn der großen Festumzuges lichteten sich die Wolken und die Sonne strahlte auf uns herab. Der Umzug war ein Feuerwerk von Farben und Klängen, bei dem sich die verschiedensten Gruppen präsentierten. Zu unserem Erstaunen war die Teilnehmerzahl sehr groß, der Umzugsweg aber sehr kurz, denn nach knapp 1 km war auch schon wieder alles vorbei. Am nächsten Tag wurden die letzten Souvenirs und Caipis konsumiert und gegen 14.00 Uhr traten wir unseren Rückflug Richtung Deutschland an. Es waren erlebnisreiche und anstrengende Tage, doch wenn man etwas von einem fremden Land kennenlernen will, darf man nicht nur am Strand liegen.

Freiburger Ratspfeiffer (Ranzengarde Concordia)