Kirschblütenfest in Japan 1999

Japan ist das Land des Lächelns, jetzt wissen wir warum: Die Japaner vertragen wenig Alkohol, trinken aber gerne. Wir (besser bekannt als Ranzengarde) machten uns am Mittag des 29. März 1999 auf, Japan zu erobern und badisches Kulturgut einzubringen. Nach 12 Stunden Flug kamen wir in Osaka, dem teuersten und modernsten Flughafen der Welt, an. Gleich am Flughafen wurden wir von freundlichen Japanern empfangen und in unsere Jugendherberge in Kyoto gebracht.

 


Hier bekamen wir unser erstes richtig japanisches Essen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit den Stäbchen entwickelten wir uns in den paar Tagen zu wahren Meistern der japanischen Eßkunst. Das heißeste am ersten Abend war die Dusche. Es gibt keine Dusche wie wir sie kennen, sondern man setzt sich auf ein kleines Höckerchen mit einer Plastikschüssel vor sich, braust sich ab und besteigt dann den Gemeinschafts-Whirpool, dessen Temperatur bei geschätzten 40°C lag. Nach einem reichlichen Frühstück (Suppe mit Seetang, Reis, kaltem Rührei, Würstchen, Salat, grüner Tee, Kaffe und undefinierbarem Sonstigem) begannen wir unsere Fotosafari in der wohl schönsten Stadt Japans. Kyoto ist die Stadt der Tempel und Schreine und gilt als Inbegriff japanischer Kultur. Wir besichtigten den Goldenen Pavillon, der fast komplett mit Blattgold bedeckt ist, den Heian-Schrein, einen Kaiserpalast, der als Kulisse für den Film Shogun diente und den Sabju-sangen-do Tempel, in dem 1001 Statuen den Kannon und 28 ihrer Anhänger stehen.

 


Danach ging es zum wohl schönsten Tempel der Stadt, die Kiyomizudera. Hier entspringen drei Quellen, welche Weisheit, Gesundheit und Geld versprechen, was wir natürlich sofort ausprobierten (bisher noch keine Erfolge bemerkbar). Begeistert waren wir auch von den vielen kunstvoll angelegten japanischen Gärten. Den Abend hatten wir zur freien Verfügung, worauf hin wir die Stadt unsicher machten. Zu den Besonderheiten in Japan zählt auch das ständige Schuhe-Wechsel-Spiel: Straßenschuhe aus, Hausschuhe an, Hausschuhe aus, Kloschuhe an, Kloschuhe aus, Hausschuhe an. Einen kurzfristigen Schock bereiteten uns die beheizten Klobrillen (sehr angenehm nachdem man sich daran gewöhnt hat). Nicht zu verachten waren auch die "RAGA-Olympics", ein Liegestützenwettbewerb der besonderen Art. Nach diesem sportlichen Event ging es am nächsten Tag bei strahlendem Sonnenschein wieder in den Fliege Richtung Matsuyama. Nachdem wir unsere Zimmer (mit orginal Tatami-Matten) bezogen hatten, wurden uns die sieben Köstlichkeiten der japanischen Küche aufgetischt. Am nächsten Tag ging es gleich früh los, denn es stand ein Besuch der Dogo-Onse-Therme (die ältesten Japans), des Freiburg-Gartens, ein Empfang im Rathaus, ein offizielles Mittagessen, ein Spaziergang im Schloßgarten und eine traditionelle Teezeremonie auf dem Programm. Doch das war längst nicht alles. Um 17.00 Uhr hieß es dann Aufstellung zur Parade für die Miß Matsuyama. Abends ging es dann ins "Städle" mit immerhin 450.000 Einwohnern. Mit der Seilbahn ging es am nächsten Morgen zum 390 Jahre alten Schloß Matsuyamas. Nach einer Besichtigung der vielen Kunstschätze, die in diesem Schloß zu sehen sind, konnten wir uns in dem wunderschönen Schloßpark einen Aufführung mit japanischer Kampfkunst und Musik anschauen. Abends waren wir bei einer Party der Matsuyama-Freiburg-Gesellschaft eingeladen. Hier wurden erste Kontakte geknüpft und die landstypischen Trinksitten erprobt. Ein sehr vergnüglicher Abend bei vorzüglichem Essen. Der eigentliche Höhepunkt unserer Reise stand uns aber noch bevor. Eine große Parade anläßlich des Kirschblütenfestes, welches in Japan einen sehr hohen Stellenwert hat. An dieser Parade nahmen Schrein-Träger, Kampfkunstschulen, Geishas, Würdenträger, Samureis, die Stadtkapelle und natürlich wir als Vertreter der Stadt Freiburg teil.

 

 


Wir hatten die große Ehre, diese Parade, welche ein Feuerwerk aus Farben und Klängen war, hinter der Stadtmusik von Matsuyama anzuführen. Abends waren wir auf der Abschiedsparty der Gruppe "Morgenrot" (japanische Deutschschüler) eingeladen. Auch hier wurden wir wieder mit japanischen Spezialitäten verwöhnt. Was macht der Japaner nach einer guten Party ? Richtig, er geht in einen Karaoke-Club. Das wollten wir uns natürlich auch nicht entgehen lassen. Leider ging am nächsten Tag schon unser Flug Richtung Frankfurt. Damit war für uns eine anstrengende und interessante Woche zu Ende. Wir hatten unglaublich viel erlebt und gesehen. Wir hatten eine noch nie gekannte Gastfreundschaft erlebt und sehr viel Spaß gehabt. Wir möchten uns noch bedanken bei unseren Aushilfen Martin Hasenfratz, Daniel Schmiderer (alias Guiseppe), Rainer Schneider, Brigitte Zink, Roland Jautz und Herbert Hederer.