Nizza 1995

Nach anfänglichen Schwierigkeiten kam sie doch zustande, die Reise nach Nizza - fünf Tage vom 17. Bis 23. Februar 1995. Kurz vor der Freiburger Fasnet war es schwierig, die Freiburger Narren zu mobilisieren. Es sollte ein buntes Bild von Narren - in Nizza waren es Clowns - gemischt mit zwei Musikgruppen aus unserer Region gezeigt werden. Leider konnten dann nur fünf Zünfte (Ammonshörner, Blaue Narre, Gigiligeister, Glunki und Käsrieber) für diese Fahrt gewonnen werden. Dank dem Organisationstalent von Werner Hederer, Musikmeister des Spielmannszuges der Ranzengarde, konnten noch Narren aus Rüßwihl, Bernau, Menzenschwand, Kenzingen und eine Musikkapelle aus Lenzkirch für diese Fahrt begeistert werden. Am Freitag, dem 17. Februar 1995, abends um 21.00 Uhr, starteten die beiden Busse in Richtung Nizza. Bereits vor fünf Jahren hat der Spielmannszug der Ranzengarde als Freiburger Ratspfeiffer am Blumenkorso und Karneval in Nizza teilgenommen. Es war damals ein unvergeßliches Erlebnis für alle Teilnehmer und so konnten diese die neu Hinzugekommenen entsprechend auf das Kommende einstimmen. Trotz Regen und Schnee hatten wir eine gute Fahrt und erreichten im Morgengrauen das Meer. Gegen 9.00 Uhr, kurz hinter San Remo, wurde die erste große Rast eingelegt. Wie es bei den Fahrten üblich ist, wurde ein uriges Frühstück direkt am Meer hergerichtet. Die Französischsprecheneden gingen auf Baguettessuche und kauften fast eine Bäckerei leer und dann ging es los, die Brote mit mitgebrachter Butter, Schinken, Käse und Marmelade zu bestreichen bzw. zu belegen. Viele Hände waren im Einsatz, denn schließlich galt es fast 100 hungrige Mäuler zu versorgen. Frisch gestärkt ging es weiter, wir waren etwas in Zeitdruck, denn wir mußten uns um 10.00 Uhr in Nizza beim Festkomitee melden. Werner, unser Organisator, meldete sich zur Stelle, die anderen konnten die ersten Sonnenstrahlen und die Strandpromenade von Nizza genießen. Dann ging es ab ins Hotel die Zimmer belegen und um 12.00 Uhr stand schon das Mittagessen für uns bereit. Um 13.45 Uhr mußten wir bereits zum Abmarsch für den Blumenkorso bereit sein. Direkt auf der Strandpromenade war die Aufstellung für alle Gruppen und auch für uns Gelegenheit, die wunderschönen Blumenwagen zu besichtigen. Jeder Wagen kunstvoll gesteckt und in einer anderen Farbe und natürlich auf jedem Wagen ein schönes Mädchen. Der Korso defilierte zweimal an den Tribünen vorbei und in der zweiten Runde durften die Blumenwagen geplündert werden. Die Blumen wurden in die Zuschauer geworfen, welche eifrig sammelten und am Schluß mit einem großen Strauß nach Hause gingen. Abends um 20.15 Uhr war schon der nächste Auftritt zum Karnevalsumzug, für uns alle ein Riesenspektakel und der absolute Hexenkessel. Ungezählte Wagen mit überdimensionalen, beweglichen Figuren, die verschiedene Motive und Themen darstellten und von jedem Wagen kam Musik Dazwischen die Musikgruppe mit ihrer eigenen Musik, von den Tribünen die Lautsprecher mit der Ankündigung der einzelnen Gruppen, dazu lief der Zug noch gegeneinander, so daß man hin- und hergerissen von den auf uns einstürmenden Eindrücken war. Am Straßenrand die Zuschauer, die ihren höchsten Spaß darin sahen, die Umzugteilnehmer mit Luftschlangen aus der Dose zu besprühen. Für einige von uns erst ein Schockerlebnis, aber dann gaben sie es mit dem gleichen Spaß zurück, indem sie sich mit Munition eindeckten. So ging es dann die nächsten Tage "non stop" weiter. Insgesamt hatten wir zehn Termine/Auftritte/Umzüge zu bewältigen. Entweder in Nizza direkt oder in einem Stadtteil, z.B. Kinderumzug, Konzert vor der Kirche, Unterhaltung in einem Einkaufszentrum. Am Dienstagmorgen wurden wir vom Festkomitee empfangen, wo wir sehr freundlich und wohlwollend begrüßt, gelobt und auch verwöhnt wurden. Unsere Gruppe habe immer ein sehr gutes und buntes Bild geboten, die Disziplin sei hervorragend und das musikalische Zusammenspiel beider Musikgruppen hat sie sehr beeindruckt. Es wurden Wimpel und Andenken ausgetauscht uns schließlich durften wir uns an Aperitifs und köstlichen Häppchen laben. Der Mittag stand dann für die Freizeitgestaltung zur Verfügung, den wir dann gleich für einen Abstecher mit dem Bus nach Antibes und Cannes nutzten. Am Strand von Antibes konnte sich die Jugend beim Ballspiel austoben, die reifere Generation genoß die warme Sonne und einen Schluck Prickelndes. Anschließend schnupperten wir noch ein wenig Cannes-Luft und schon ging es wieder zurück, der nächste Auftritt wartete auf uns. Am letzten Tag (Mittwoch) erlebten wir nochmals einen Blumenkorso, wo wir uns dann auch die ein oder andere schöne Blume mitnahmen. Versorgt mit einem Lunchpaket traten wir schließlich die Heimreise an und kamen am "Schmutzige Dunschtig" morgens um 5.00 Uhr wohlbehalten, vielleicht etwas müde, aber vollgepackt mit vielen neuen Einrücken, in Freiburg wieder an. Fast alle mußten schon am Nachmittag wieder für die Freiburger Fasnet bereitstehen. Alles in allem war es ein überwältigendes Erlebnis für uns alle, das man nicht so schnell vergißt. Das Wetter war wunderbar (blauer Himmel, Sonne, Palmen, Strand und Meer), die Stimmung allgemein gut und nicht zu vergessen natürlich die Versorgung.